Mit der Hoffnung wächst der Mut…

Das Thema ist allgegenwärtig- Flüchtlinge. In unserem Städtchen bedeutet das: innerhalb von einem Tag eine Unterkunft für 150 Menschen finden.

Aber wohin?? Woher bekommen sie Kleidung, Bettwäsche, Spielzeug?? Deutschuntericht?? Gibt es auch Kinder???

Um auf diese ganzen Fragen eine Antwort zu erhalten besuchten meine Freundin und ich eine Bürgerversammlung zum besagten Thema (da so viele Leute an dem Thema interessiert waren mussten wir sehr rasch von einem kleinen Gemeinderaum in die große Kirche umziehen- sonst hätten gar nicht alle an der Versammlung teilnehmen können). Und noch im Verlauf der ganzen Diskussionen, Anschuldigungen und Fragen der Bürgerinitiative stand für uns zwei sehr schnell fest: wir wollen aktiv werden! Wir wollen auch den Kleinsten etwas bieten.

Gesagt, getan. Voller Tatendrang und mit einer Auflistung diverser Fragen nahmen wir eine Woche später den Termin mit unserer zugeteilten Ansprechpartnerin wahr. Diese gab uns das Okay jeden Donnerstag für 1- 2 Stunden (wir sind bis dato bei einer Stunde geblieben, da die Kids (und wir auch!) nach dieser einen Stunde fix& alle sind ;-)) mit den Kindern zu spielen, sie zu lehren und einfach für sie da zu sein.

Am folgenden Donnerstag betraten wir mit einem etwas mulmigen Gefühl das FC Gelände (FC= FlüchtlingsCamp)- schließlich hatten wir keine Ahnung was auf uns zukommen würde, ob die Kids überhaupt Lust hatten oder die Eltern keine Fremden an ihre Kinder lassen wollten. Nach einigen scheuen Blicken um die Lage zu checken begannen wir mit Straßenkreide Bilder zu malen, Hände abzuzeichnen und im Verlauf einen kleinen Hüpfparcours zu gestalten. Kinder SOWIE die Erwachsenen nahmen unsere Angebote nach anfänglicher Scheu begeistert an. Nachdem der erste Kontakt hergestellt war, begannen wir mit unserem Lied, wozu wir uns einfache und passende Bewegungen ausgedacht hatten, die leicht nachzuahmen waren.

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Es folgten verschiedene einfache Spiele, welche die Kinder sehr schnell erlernten. Das Miteinander der Kids dort ist ein ganz anderes wie wir bis dato kannten, rauer/ jeder dachte hauptsächlich an seine Vorteile/ aber auch liebevoll den Kleinsten gegenüber. Die Verabschiedung fiel nach einem Abschlusslied hherzzherzzerreißend aus- viele Kinder rannten hinter uns her, zupften an unserer Kleidung und wollten uns nicht gehen lassen.

An den folgenden Terminen hat es u.a. geregnet, weswegen wir natürlich nicht unser Programm im Freien umsetzen konnten. Dafür hatten wir in weiser Voraussicht Tiere angemalt und laminiert, welche wir zunächste mit den Kinder besprachen (Name auf deutsch, Laute des Tieres) und sie diese dann unbedingt abzeichnen wollten.

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Dabei ist auch diese wundervolle Bild eines ca 11 Jährigen entstanden:

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Heute war es nun anders als an allen Tagen.

Urplötzlich begann im Nebenraum einen Konflikt, wir hörten Schreie, Krach und spürten förmlich die aufgeheizte Stimmung. Ohne uns anzuschauen versuchte ich alle Kinder in einen anderen Raum „zu treiben“, während meine Freundin die Lage zu überblicken versuchte und nach einer Hilfsperson Ausschau hielt. Das ganze Geschehen verlagerte sich im Verlauf vor unser FC- Gebäude; immer wieder wollten die Kinder aus den Fenster schauen um zu sehen, was wohl los sei. Der Fernseher und ein aufmerksamer FC’ler kamen uns in dem Moment zu Gute. Denn die Musik im TV animierte uns zu tanzen und plötzlich fanden wir uns alle in einer langen Polonaise wieder, an die sich immer mehr Menschen reihten und fröhlich das Tanzbein schwungen. Alle lachten, grölten das Lied mit (welches eigentlich keinen Text hatte, aber das war in dem magischen Moment egal!) und filmten dieses zauberhafte Ereignis.

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Viele Kinder hatten auch nach diesem Tag wieder Tränen in den Augen als es zur Verabschiedung kam, hielten sich an uns fest und bettelten, dass wir bleiben sollten. Als wir das FC- Gelände nach vielen Küsschen, Umarmungen und Drückern schließlich verlassen konnten waren auch unsere Augen gerötet- denn an keinem Tag wurde uns die Not der Kinder so bewusst wie heute. Dennoch können wir uns sicher sein, dass wir mit unseren Liedern, den Spielen und vor allem der Polonaise heute einen wertvollen Teil dazu beigetragen haben, dass sie eine schöne und ausgelassene Zeit hatten; dass sie Kind sein durften; dass sie den Gewaltausbruch nicht so sehr mitbekommen haben und einfach als Mensch beachtet wurden.

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Unser Sommerurlaub 2015 (Wijk aan Zee)

Hier möchte ich euch nun einen kleinen Reiserückblick von unserem Sommerurlaub in den Niederlanden geben. Über die Seite airbnb.com haben wir mal wieder eine zauberhafte Unterkunft gefunden. Unser Urlaubsort Wijk aan Zee ist an sich sehr ruhig; außer einem Kiosk, einem Spa Supermarkt und einer Reha findet ihr dort „nur“ das Meer und den langen Strand.

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Wir haben diese Ruhe bewusst gewählt und dementsprechend viele Tagesausflüge unternommen:

-Haarlem (Wir können das Café  annemax.nl  sehr empfehlen; leckeren Kaffee& Sandwiches und nette Bedienungen)

-Egmond aan Zee + Brügge Binnen (dort könnt ihr niedliche Häuser angucken)

-Alkmaar (leider waren wir nicht freitags da, wenn auf dem berühmten Käsemarkt der Käse herum gerollt wird)

-Amsterdam (wir hatten traumhaftes Sonnenwetter und die Grachten fand ich sehenswert, jedoch ist diese Stadt meiner Ansicht nach touristisch völlig überlaufen!)

Am meisten haben wir die Zeit zu zweit genossen

IMG-20150609-WA0012und die abendlichen Spaziergänge am Meer, wenn wir fast die Einzigen waren, die im Sand ihre Spuren gezogen, Muscheln gesammelt und in die Abendsonne geblinzelt haben.

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In diesem Sinne träume ich mich nun ein wenig dorthin zurück und wünsche euch eine gute Nacht!

Mein Apfelkuchen (wahlweise auch mit anderen Früchten)

Falls ihr auch mal jemanden bestechen müsst, hier das Rezept:

Ihr braucht:

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  • 1-2 Äpfel, geschält und in Spalten geschnitten (ich habe Zwetschgen genommen, wie ihr seht)
  • 600 g Mehl (ich nehme meist Vollkornmehl oder mische es zumindest)
  • 200 g Zucker (ich nehme 120 g und ein Päckchen Vanillezucker)
  • 3 Eier (ich hatte leider nur 2)
  • 250 g Butter
  • etwas Milch (damit der Teig geschmeidig wird)
  • 1 Päckchen Backpulver
  • mein Geheimtipp: eine Prise Zimt

Alle Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten, in eine gefettete Springform füllen und die Apfelspalten fächerförmig in den Teig drücken.

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Bei 180°C ca. 60 Minuten auf dem mittleren Rost backen. Et voilà:

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Lasst es euch schmecken!

Enemene eins zwei drei, schwupps, da kam mein Blog herbei!

Hallo ihr Lieben,

als ersten Blogeintrag möchte ich euch nun eine kleine Anekdote erzählen, wie ich zum Bloggen gekommen bin:

Ich muss zugeben, als alle anderen anfingen zu bloggen, dachte ich mir nur „Woher nehmen die die Zeit?!“, „Worüber schreiben die, zum Teufel?“ und – noch viel wichtiger – „Woher haben die ihre Ideen?!“… Nachdem ich allerdings über Instagram (schaut doch mal vorbei!) auf eine zauberhafte Mama gestoßen bin und mir ihren Blog genauer angeschaut habe, schlich sich mir der Gedanke an einen eigenen Blog in den Kopf und ließ sich nicht mehr weghexen. Meine beste Freundin war direkt hellauf begeistert und bereit, mir bei der Umsetzung unter die Arme zu greifen (naja, ich habe sie mit Pflaumenkuchen bestochen (hier das Rezept) ;-)… und eigentlich tippt sie grad alles) und der Mann des Hauses sagte nur „Schatz, bevor du mit Ideen um dich wirfst, solltest du vielleicht erstmal einen Blog online stellen.“ Soviel dazu.

Ihr werdet auf diesem Blog meine Lieblingsrezepte zum Backen als auch zum Kochen finden, sowie Reiseanekdoten, Geschichten von unseren Spaziergängen mit und ohne Hund (wir wohnen im Bergischen – wunderschön!) und das ein oder andere kreative Projekt. Zwischen den Zeilen immer mal wieder meine Gedanken zum Leben und die Alltagszaubereien, die wohl jeder kennt.

Also macht es euch gemütlich und lasst euch verzaubern!